Unser Schmerz und unsere Komfortzone

An irgendeinem Punkt unseres Lebens stehen wir da und sagen uns: Das Träumen reicht nicht mehr aus, ich möchte was erreichen!

Bei manchen äußert sich das in konkreten Zielen, bei manchen ist das eher schwammig, aber wenn wir an Erfolg denken: irgendwelche Bilder ziehen uns dabei definitiv durch den Kopf.

Und dann stehen die meisten von uns an dem Punkt an dem sie anfangen.

Was für ein Ziel sie auch immer verfolgen, sei es mehr Geld zu verdienen, ein Buch auf den Markt zu bringen, ein berühmter Musiker zu werden, soziale Ängste hinter sich zu lassen, Gewicht abzunehmen, unseren Traumjob oder Traumpartner zu finden.

Doch genauso geben die meisten von uns früher oder später wieder auf.

Warum? Wir haben doch ein Ziel.

Ja, aber das Problem dabei liegt, meiner Meinung nach, an unserer Perspektive hinsichtlich Schmerz, Rückschlägen und Zurückweisung.

Wenn wir etwas erreichen wollen, fragen wir uns sicherlich wie schön es wäre den Erfolg in unseren Händen zu haben.

Doch fragen wir uns auch was wir bereit sind dafür in Kauf zu nehmen? Welchen Schmerz wir bereit sind auf uns zu nehmen?

Und macht man diesen Schmerz dann einmal richtig durch, wird es doch oft bequemer sich zurückzuziehen, seine Wunden zu lecken, sich im Selbstmitleid zu suhlen, uns schließlich mit etwas zufrieden zu geben, das weit unter unseren Möglichkeiten liegt.

Versteht mich nicht falsch, ich möchte nicht Teil einer radikalen Selbstoptimierungsgesellschaft sein, die Druck macht und predigt man müsse erfolgreich sein um zu gelten und wertgeschätzt zu werden. Quatsch!

Ihr müsst überhaupt nichts erreichen. Dennoch: Wer trotzdem etwas erreichen möchte, mit der Motivation von innen heraus und ohne Druck von außen, für den besteht durchaus diese Frage: Warum bequem sein? Warum aufgeben?

Ist Schmerz immer schlecht?

Das Schmerz und Angst zum Leben gehören, ist eine Binsenweisheit und dennoch wird allgemein versucht Schmerz und Angst, um jeden Preis zu vermeiden.

Dabei sind es doch gerade die schmerzhaften Erfahrungen, die uns prägen und an denen wir wachsen. Warum dann nicht einfach den Schmerz akzeptieren, als etwas teilweise Gutes ansehen und bewusst in Kauf nehmen?

Ich denke das macht ihn um einiges erträglicher, weil, ganz vermeiden können wir ihn sowieso nicht. Warum sich nicht einfach mit ihm anfreunden?

Denn es gibt immer etwas, das größer ist als unser Schmerz und unsere Angst: Unsere Ziele die dahinter warten und die die Entwicklung dieser Welt und unser Gesellschaft mitbestimmen können.

Selbstsabotage

Es gibt auch Menschen, die bereit sind allen Schmerz in Kauf zu nehmen und die ihre Ziele konsequent zu verfolgen.

Dennoch: Sie erreichen ihre Ziele nie. Egal wie sehr sie es versuchen, egal wie sehr es wollen: Sie scheinen nie an ein Ziel zu kommen. Wie Sisyphos, der immer wieder vergeblich versucht einen Felsblock auf eine Bergspitze zu befördern.

Sie scheinen also nie zu bekommen was sie wollen. Das traurige dabei: Sie bekommen genau was sie wollen, so gut wie immer!

Sie sind sich dessen nur nicht bewusst, weil ihr Unterbewusstsein, was einfach viel mächtiger ist, andere Ziele verfolgt.

Beispiel:

Ein Mann wünscht sich erfolgreicher in seinem Job zu sein. Er hängt sich extrem rein, doch wenn dann eine Beförderung samt Positionswechsel winken, findet er unzählige Ausreden, warum er dieser Aufgabe (noch) nicht gewachsen ist und der neuen Verantwortung ohnehin nicht gerecht werden könnte.

Eine Frau wünscht sich eine erfüllende Beziehung, doch immer wieder scheint sie die Beziehung nach kurzer Zeit gegen die Wand zu fahren. Das Problem: unbewusst könnte zum Beispiel eine Angst vor bestimmten Formen der Intimität herrschen, also: Intime Situationen entstehen, das Unterbewusstsein findet wieder einen Weg nach draußen, notfalls auch durch Selbstsabotage.

Häufig trifft betroffene Frau, dann noch auf einen Mann, der das gleiche Problem mit sich schleppt, womit der Misserfolg so gut wie garantiert ist.

Es ist hier also wichtig seinen Motivationen und darunter liegenden Ängsten richtig auf den Grund zu gehen und einen Weg zu finden sich mit seinem Unterbewusstsein anzufreunden, sonst wird es einen immer wieder kühl und konsequent Schachmatt setzen.

Mehr dazu in einem meiner nächsten Artikel.

Bis dahin 😉

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