Achtsamkeit – Meditation im Alltag

on

„Unglück geschieht immer durch Unachtsamkeit“  –

Funakoshi Gichin (Gründer des Shotokan Karate)

Wenn wir einmal darüber nachdenken, liegt in der Regel einem Unglück eine vorige Unachtsamkeit zugrunde. Sei es Unachtsamkeit im Zwischenmenschlichen, in unseren Gedanken oder jedweder anderer Form. Wir alle sind regelmäßig unachtsam.

Wenn wir nicht gerade in eine Berghöhle auswandern und 8 Stunden täglich meditieren, wird sich daran auch nichts ändern. Das ist auch völlig okay so, die Frage ist eher, wie können wir lernen mit unserer Unachtsamkeit umzugehen und sie auf ein erträgliches Level  herunter drehen?

 Meditation und Achtsamkeit

buddha-1611803_1920

Was hat Meditation mit Achtsamkeit zu tun? Ist Meditation nicht eher Versenkung? Ja und Nein.

Es gibt unzählige Formen der Meditation, doch gehen wir von den weitverbreitetsten Formen fernöstlicher Meditation aus, geht es um ein achtsames Anwesend sein im Moment, in der Gegenwart.

Das Ziel hierbei ist zunächst in einer bequemen Position zu sitzen, zu stehen oder zu liegen und zu lauschen: was kommen mir für Gedanken, was nehme ich um mich herum wahr?

Damit haben wir eine erste Hilfe, um mit unserer Unachtsamkeit im Alltag besser umzugehen: Akzeptieren, akzeptieren und wieder akzeptieren.

Wir haben bei der Meditation zwar das Ziel unseren Kopf von all den umherschwirrenden Gedanken zu befreien (vergleichbar mit einer Festplatte die voll von lauter alten und unwichtigen Dokumenten ist und jetzt geräumt wird),

doch hierbei versuchen wir nicht die Gedanken zu löschen, wir akzeptieren und respektieren ihre Anwesenheit, aber schenken ihnen keine Aufmerksamkeit.

Der Effekt ist, dass die Gedanken irgendwann weiterziehen, doch werden sie es immer wieder versuchen und neue Gedanken im Schlepptau haben.

Deswegen ist die Meditation ein ständiger Vorgang des Akzeptierens. Im Laufe der Zeit lernen wir besser damit umzugehen und schaffen es mehr und mehr im Moment zu sein ohne von unserer Vergangenheit sowie Zukunft gequält zu werden.

Die meisten Dinge sind nicht so schlimm wie wir sie uns ausmalen

Denken wir an unliebsame Dinge, die unsere Zukunft betreffen, malen wir uns die Umstände oft viel schlimmer aus, als sie dann tatsächlich eintreffen. Wenn wir es schaffen mit unseren Gedanken mehr im Moment zu sein, sparen wir uns diese unnötigen, energieraubenden und nervenaufreibenden Horrorvisionen, in der Gegenwart erlebt sich das meist halb so wild.

Achtsamkeit im Alltag          

Meditation ist eine schöne Sache, doch sehen wir sie als einen Vorgang, der vom Alltag getrennt ist, kann der Effekt auch nicht nachhaltig in den Alltag transportiert werden.

Hier einige Anregungen für Achtsamkeit im Alltag:

– Gehe in der Natur spazieren und achte genau auf deine Umgebung. Was hörst du? (Wind, Rascheln, Vogelgezwitscher etc.?)

foot-743953_1920

Wie ist die Luft? Trägt sie einen bestimmten Geruch? Wie empfindest du sie? Welche Farben und Formen nimmst du um dich herum wahr? Wie reagiert dein Körper auf die Eindrücke?

– Nehme deine Umgebung nicht als selbstverständlich hin. Überlege dir einmal wie unglaublich es ist, dass all diese wunderbaren Pflanzen und Wesen in der Natur existieren und wie sie in sich ausgeklügelte Systeme bilden, die wiederum in etwas großes und alles verbindendes eingebettet sind (das muss an dieser Stelle nicht zwingend einen spirituellen bzw. religiösen Charakter haben).

– Dann nehme deine Umgebung einmal ohne jegliche Wertung wahr.

Was du auch machen kannst, ist dir vorzustellen du würdest morgen sterben und all das hier zum letzten Mal wahrnehmen!

Nichts für schwache Nerven, aber es ist eine unglaublich intensive Sinneserfahrung und führt auf Dauer zu einer Ausstrahlung, die wir allgemein als „Charisma“ bezeichnen.

– Versuche mit voller Aufmerksamkeit zuzuhören. In einem Gespräch sind wir selten ganz dabei.

Oft sind wir mehr darauf bedacht, wie wir auf unser Gegenüber wirken und sicherlich hat sich jeder schon einmal dabei erwischt, wie er beim Zuhören nur auf Stichworte des Gegenübers geachtet hat, die einen günstigen Anknüpfungspunkt für die eigenen Gedanken bieten.

Doch wenn wir uns einmal zurücknehmen und mit voller Aufmerksamkeit für unseren Gesprächspartner da sind, wirklich verstehen und fühlen wollen, um was es unserem Gegenüber geht, ist das eine wirklich wertvolle Erfahrung für beide Gesprächspartner, die, durch die eingebrachte Achtsamkeit, vor Missverständnissen und Unglücken bewahren kann.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.